15 Jahre Wikipedia

Frei zugängliche Informationen, schnell verfügbares Wissen und eine Aktualität, mit der ein gedrucktes Lexikon niemals mithalten könnte: Durch Wikipedia, die freie Online-Enzyklopädie, ist dies zu einer Selbstverständlichkeit geworden, wie man es sich zuvor nie hätte vorstellen können. In den vergangenen 15 Jahren hat sich der Gedanke des Web 2.0, des Mitmach-Internets, weit verbreitet und man kann Wikipedia, welche seit genau 15 Jahren besteht, tatsächlich als Vorreiterin dieser Entwicklung bezeichnen.

Tatsächlich spielen traditionelle, gedruckte Lexika heute eine viel geringere Rolle als noch vor einem Jahrzehnt. Mit mehr als 37 Millionen Beiträgen, die in knapp 300 Sprachen verfügbar sind, bietet allein Wikipedia als digitales Nachschlagewerk eine zeitgemäße Alternative. Durch die Mitarbeit unzähliger Freiwilliger ist zwar ein hohes Maß an gegenseitiger inhaltlicher Kontrolle gewährleistet, dennoch reicht auch heute Wikipedia in puncto Verlässlichkeit noch nicht an gedruckte Standardwerke heran. In wissenschaftlichen Arbeiten ist es nach wie vor unüblich, Wikipedia-Artikel als Quelle zu nutzen. Kurzes Informieren ja, aber verbindliches Zitieren von Fakten nein. Somit macht der entscheidende Vorteil von Wikipedia als Mitmach-Nachschlagewerk zugleich einen Nachteil aus: Jeder kann mitmachen, jeder kann Inhalte ändern. Durch die große und erfahrene Community geschieht dies zwar in einem kontrollierten Rahmen, aber kein Verlag, kein einzelner wissenschaftlicher Autor steht mit seinem Namen für die Korrektheit und Neutralität der Angaben.

Das wirkliche Erfolgsrezept jedoch liegt bei Wikipedia gerade darin, dass es gleichermaßen einfach ist, mitzumachen und mitzulesen. Die Zahl der Internetnutzer in den Entwicklungsländern explodiert derzeit, somit wird auch die Zahl der Wikipedia-Nutzer und -Mitarbeiter weiter steigen. Wissen wird auf diese Weise weiter transportiert, vermehrt und immer mehr Menschen zugänglich gemacht. In diesem Sinne: Alles Gute und weiterhin viel Erfolg, Wikipedia!